OPEN MIND FREQUENTLY

OPEN MIND FREQUENTLY

MAKING HERSTORY

2. bis 14.11.2026

Sujet HERSTORY

Welche Geschichten wollen wir erzählen? Und wie erzählen wir sie, so dass sie Raum bieten für Aushandlungen statt Festschreibungen? Diese Herausforderung stellt sich auch für uns als Kulturinstitution permanent. Einen möglichen Ansatz dafür bietet Ursula K. Le Guin mit ihrer Tragetaschentheorie der Fiktion, auf die sich die Stückentwicklung MAKING HERSTORY bezieht: Sie stellt die klassische Heldengeschichte infrage, in der Gewalt, Jagd und Sieg im Mittelpunkt stehen, und schlägt stattdessen vor, Geschichten als Tragetaschen für Erfahrungen, Beziehungen und alltägliche Tätigkeiten zu verstehen. 

Wie eine solche Tragetasche öffnet sich der Schwerpunkt OPEN MIND FREQUENTLY: MAKING HERSTORY für vielfältige Perspektiven und Erzählungen rund um den Themenkomplex Frauenbilder, Patriarchat und (Nicht-)Elternschaft. Zusammengetragen werden Geschichten, die von konflikt- wie harmonievollen Beziehungen, gesellschaftlichen Verhältnissen und Normen, von Frauenbildern und Care-Arbeit erzählen und immer wieder aufs Neue die Frage stellen: Mit welchen Erwartungen werden weiblich gelesene Personen konfrontiert – und wie gehen sie damit um?

Die ersten Geschichten, die wir in unserer Tragetasche sammeln, stammen aus den Büchern Mythen, Macht und Muttermund von Helena Barop und Achte Woche von Antonia Baum: Der Mini-Buchclub HERSTORY LESEN lädt in der Rupertus Buchhandlung alle Lesebegeisterten dazu ein, die beiden Bücher gemeinsam zu lesen und miteinander ins Gespräch zu kommen. In der Diskussion MOTHERS AND OTHERS? gehen wir dann mit Expert*innen der Frage nach, wie groß die Freiheit beim Thema 'Kinder bekommen' tatsächlich ist und welche alternativen Konzepte es zur biologischen Mutterschaft gibt. Im POETRY SLAM: SMASH THE PARTIARCHY wird mit Wörtern der Aufstand gegen patriarchale Strukturen und Erzählungen geübt – für Gleichberechtigung und ein faires Gesellschaftssystem. Und im SALON BOUILLON sind Sie, liebes Publikum, dazu eingeladen, Ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen zum Thema (Nicht-)Elternschaft und Care-Arbeit in geschütztem Rahmen und zu Suppe miteinander zu teilen. Falls Ihre Tragetasche dann noch immer nicht voll sein sollte: Zu allen Veranstaltungen gibt es einen Büchertisch der Rupertus Buchhandlung mit weiteren Geschichten zum Lesen und Teilen.